Vorbereitungen zum Abriss der Schienen zwischen Hemer und Menden vorerst gestoppt.
Landesregierung bringt zwei bisher gegeneinander laufende Verfahren in sinnvolle Reihenfolge.
(Pressemitteilung des Oesetalbahnvereins v. 19.06.11)

(Juni 2011) Ob es auf der Bahntrasse zwischen Hemer und Menden so bald wie möglich wieder Schienenverkerkehr oder aber einen Radweg neben der viel befahrenen B7 geben wird, ist noch nicht entschieden.
Seit vielen Monaten liefen die Vorbereitungen zu diesen beiden sich gegenseitig ausschließenden Vorhaben parallel und damit letztlich gegeneinander.
In ihren Stellungnahmen zur Neuaufstellung des Nahverkehrsplans (NVP) für den Schienenpersonenverkehr in Westfalen-Lippe haben sich die Städte Menden, Hemer und Iserlohn sowie der Märkische Kreis übereinstimmend für die Aufnahme der Bahnstrecke Hemer – Menden als zu untersuchende Schienenverbindung ausgesprochen. Sie wiesen u. a. darauf hin, dass Hemer die zweitgrößte Stadt im weiten Umkreis ohne Bahnanschluss ist und dass für eine Direktverbindung zwischen Hemer/Menden und Dortmund ein großes Nachfragepotential und dadurch ein guter Kosten-Nutzen-Faktor zu erwarten ist.
Auch der Förderverein Oesetalbahn, der im letzten Jahr zahlreiche Sonderzugfahrten zwischen Hemer und Menden und mehrere sehr erfolgreiche Pendelfahrten zwischen Hemer und Dortmund organisiert hat, unterstützt den Wunsch der Kommunen nach Klärung der Perspektiven für die Reaktivierung des Bahnverkehrs auf der zurzeit stillgelegten Schienenstrecke .Der Verein teilt die Einschätzung, dass eine solche Bahnverbindung sinnvoll ist, denn ein Bedarf für Berufspendler, Studenten, Auszubildende, aber auch für Freizeitverkehre (Shopping, Sport- und Kulturveranstaltungen, Tagestourismus, Fahrrad-Bahn-Kombination, Anbindung des Sauerlandparks u. v. m.) ist zwischen den beiden Mittelzentren im nördlichen Märkischen Kreis und der Ruhrgebietsmetropole Dortmund ist sicher vorhanden.

Der Beschluss über den neuen NVP und die Aufnahme der Strecke Hemer-Menden steht in den nächsten Monaten an.
Es wäre unvernünftig und unwirtschaftlich, vor der endgültigen Entscheidung über die Zukunft der Oesetalbahn erst die Gleise abzureißen und einen Radweg auf der Bahntrasse zu bauen, um diesen dann einige Jahre später wieder zu beseitigen und erneut Schienen zu verlegen.
Auf entsprechende Hinweise hat das Verkehrsministerium in Düsseldorf nun reagiert und das laufende Verfahren zum Abriss der Schienen vorerst gestoppt. Den Mendener Grünen wurde mitgeteilt, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW angewiesen worden sei, die Grundstücksverhandlungen mit der Stadt Hemer so lange auszusetzen, bis der NVP des Schienenverkehr-Zweckverbandes Westfalen-Lippe (NWL) beschlossen ist. Auch die Bezirksregierung Arnsberg sei gebeten worden, im Freistellungsverfahren (Entwidmung) für diese Bahntrasse erst zu entscheiden, wenn der NVP von den zuständigen Gremien beschlossen wurde.